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Glossar

Alle Fachbegriffe rund um die Elliott-Wellen-Theorie von A–Z – jeweils kurz erklärt und mit den passenden Themenseiten verknüpft.

A

Alternation
Leitlinie, nach der aufeinanderfolgende Korrekturen im Charakter wechseln: Ist Welle 2 scharf (Zickzack), ist Welle 4 oft flach (Flat) und umgekehrt. Siehe Leitlinien.

B

Baisse
Längerer Abwärtsmarkt (Bärenmarkt); Gegenstück zur Hausse. In der Wellentheorie meist eine Korrektur höheren Grades oder ein abwärts gerichteter Impuls. Siehe Marktpsychologie & Zyklen.
Breakout
Ausbruch aus einer vorherigen Handelsspanne oder Chartformation. In der Wellenanalyse oft der Beginn von Welle 3 oder der Thrust nach einem Triangle. Siehe Triangle.

C

C-Welle
Dritte und meist kräftigste Teilwelle einer A-B-C-Korrektur; im Zickzack selbst fünfteilig aufgebaut. Siehe Korrekturwellen.
Candlestick
Kerzenchart: Darstellungsform, die je Zeitabschnitt Eröffnung, Hoch, Tief und Schluss als Kerze zeigt. Neutrale Grundlage für die Wellenzählung. Siehe Beispiel-Chartanalysen.
Combination
Kombination: komplexe Korrektur, die zwei oder drei einfache Muster über X-Wellen verbindet (Double bzw. Triple Three). Siehe Komplexe Korrekturen.

D

Diagonale
Keilförmige Sonderform der Motivwelle (oft Welle 5 oder C), bei der sich die Wellen 1 und 4 ausnahmsweise überlappen dürfen. Signalisiert nachlassende Trenddynamik. Siehe Impulswellen.
Double Three
Komplexe Korrektur aus zwei einfachen Mustern, verbunden durch eine X-Welle (W-X-Y). Siehe Komplexe Korrekturen.
Dow-Theorie
Ältere Trendtheorie von Charles Dow, auf der Elliott aufbaute. Sie beschreibt Trends in Phasen, liefert aber keine fraktale Feinstruktur. Siehe Geschichte.
Drawdown
Rückgang des Kapitals vom letzten Höchststand bis zum zwischenzeitlichen Tief; ein zentrales Maß für Risiko und Verlustphasen. Siehe Risikomanagement.

E

Elliott, Ralph Nelson
US-amerikanischer Buchhalter (1871–1948), Begründer der Wellentheorie. Veröffentlichte 1938 The Wave Principle. Siehe Geschichte.
Extension
Verlängerung einer der drei Antriebswellen (1, 3 oder 5), die dann deutlich länger ausfällt als die anderen, meist Welle 3. Siehe Fibonacci-Extensions.

F

Fibonacci-Folge
Zahlenfolge (1, 1, 2, 3, 5, 8, 13 …), in der jede Zahl die Summe der beiden vorigen ist. Aus ihren Verhältnissen leiten sich die gängigen Retracement- und Extension-Niveaus ab. Siehe Fibonacci-Retracements.
Flat
Flache, seitwärts gerichtete Korrektur mit der Struktur 3-3-5; Welle B läuft fast bis zum Start von A zurück. Siehe Flat.
Fraktal
Selbstähnliche Struktur: Jede Welle besteht aus kleineren Wellen gleicher Bauart und ist zugleich Teil einer größeren. Siehe Fraktale Struktur.

G

Gap
Kurslücke: Sprung zwischen zwei Perioden ohne Handel dazwischen. In Welle 3 als Breakaway- oder Runaway-Gap ein Zeichen besonderer Dynamik. Siehe Impulswellen.
Grand Supercycle
Einer der größten Wellengrade, der sich über Jahrzehnte bis Jahrhunderte erstreckt. Siehe Fraktale Struktur.
Grundregel
Zwingende Regel der Wellenzählung (etwa: Welle 2 läuft nie unter den Start von Welle 1), deren Verletzung eine Zählung sofort ungültig macht. Siehe Grundregeln.

H

Hausse
Längerer Aufwärtsmarkt (Bullenmarkt); Gegenstück zur Baisse. Entspricht in der Wellentheorie meist einem fünfteiligen Impuls höheren Grades. Siehe Marktpsychologie & Zyklen.
Hebel
Leverage: Einsatz von Fremdkapital bzw. Margin, der Gewinne und Verluste gleichermaßen vergrößert und damit das Risiko erhöht. Siehe Risikomanagement.

I

Impulswelle
Fünfteilige Welle (1-2-3-4-5) in Richtung des übergeordneten Trends; Antrieb der Bewegung. Auch Motivwelle genannt. Siehe Impulswellen.
Invalidierung
Kursniveau, dessen Über- bzw. Unterschreiten eine Zählung widerlegt. Dient als objektive Stop-Marke. Siehe Risikomanagement.

J

Januar-Effekt
Dokumentierte saisonale Auffälligkeit, nach der Kurse zum Jahresbeginn historisch oft anzogen – ein Beispiel für Kalenderanomalien, die ohne Garantie für die Zukunft sind. Siehe Marktpsychologie & Zyklen.

K

Kanaltechnik
Leitlinie, nach der sich Impulse häufig in einem Trendkanal fassen lassen; Welle 5 erreicht oft die obere Kanallinie. Siehe Leitlinien.
Konfluenz
Zusammentreffen mehrerer unabhängiger Hinweise (z. B. Fibonacci-Niveau, Wellenabschluss, Trendlinie) auf engem Raum, was die Aussagekraft erhöht. Siehe Zusammenspiel von Wellen & Verhältnissen.
Korrekturwelle
Bewegung gegen den übergeordneten Trend, meist dreiteilig (A-B-C). Grundtypen: Zickzack, Flat, Triangle. Siehe Korrekturwellen.

L

Leitlinie
Flexible Beobachtungsregel (Guideline), die Wahrscheinlichkeiten erhöht, aber, anders als eine Grundregel, verletzt werden darf. Siehe Leitlinien.
Liquidität
Maß dafür, wie schnell und ohne großen Kursaufschlag ein Wert gehandelt werden kann. Geringe Liquidität verstärkt Kursausschläge und erschwert eine saubere Wellenzählung.
Long / Short
Long = Position, die auf steigende Kurse setzt; Short = Position, die auf fallende Kurse setzt. Siehe Einstiege in Welle 1, 3, 5.

M

Money-Management
Regelwerk zur Positionsgröße und Kapitalaufteilung, damit einzelne Verluste und Verlustserien tragbar bleiben. Siehe Risikomanagement.
Motivwelle
Synonym für Impulswelle, die fünfteilige Antriebswelle in Trendrichtung.

N

Nachschusspflicht
Margin Call: Aufforderung, bei gehebelten Positionen Kapital nachzuschießen, wenn die hinterlegte Sicherheit nicht mehr ausreicht – ein zentrales Risiko des Hebelhandels. Siehe Risikomanagement.

O

Order
Handelsauftrag zum Kauf oder Verkauf, etwa als Market-, Limit- oder Stop-Order. Die Ordertyp- Wahl bestimmt, ob ein Einstieg sofort oder erst an einer Marke ausgeführt wird.
Oszillator
Indikator, der um eine Mittellinie schwingt (z. B. RSI, Stochastik) und überkaufte bzw. überverkaufte Lagen anzeigt; in der Wellenanalyse zur Momentum-Bestätigung genutzt. Siehe Beispiel-Chartanalysen.

P

Position
Offenes Engagement im Markt (long oder short). Ihre Größe relativ zum Konto bestimmt das Risiko je Trade. Siehe Risikomanagement.
Projektion
Vorwärtsgerichtete Schätzung eines Kursziels mithilfe von Fibonacci-Extensions. Siehe Fibonacci-Extensions.

Q

Quartalszahlen
Regelmäßig veröffentlichte Geschäftszahlen eines Unternehmens. Sie zählen zu den fundamentalen Ereignissen, die kurzfristig deutliche Kursbewegungen auslösen können.

R

Range
Handelsspanne: Seitwärtsbereich zwischen Unterstützung und Widerstand. Entspricht in der Wellentheorie häufig einer Korrektur wie Flat oder Triangle. Siehe Triangle.
Retracement
Verhältnis, das misst, wie weit eine Korrektur die vorhergehende Bewegung zurückläuft (z. B. 38,2 %, 50 %, 61,8 %). Siehe Fibonacci-Retracements.
Running Flat
Laufender Flat: Variante, bei der Welle C das Ende von A nicht erreicht, ein Zeichen eines besonders starken Trends. Siehe Flat.

S

Sentiment
Marktstimmung: die vorherrschende Erwartungshaltung der Teilnehmer zwischen Gier und Angst. In der Wellentheorie die treibende Kraft hinter den Mustern. Siehe Marktpsychologie & Zyklen.
Sozionomie
Von Robert Prechter geprägter Ansatz, der soziale Stimmung als treibende Kraft hinter Markt- und Gesellschaftsbewegungen versteht. Siehe Geschichte.
Spread
Differenz zwischen An- und Verkaufskurs (Geld- und Briefkurs). Ein Transaktionskostenfaktor, der bei häufigem Handel und in illiquiden Märkten spürbar ins Gewicht fällt.
Stop-Loss
Vorab festgelegte Ausstiegsmarke zur Verlustbegrenzung; in der Wellenanalyse meist auf das Invalidierungsniveau gesetzt. Siehe Risikomanagement.
Subwelle
Untergeordnete Welle, aus der eine größere Welle aufgebaut ist, Ausdruck der fraktalen Struktur. Siehe Fraktale Struktur.

T

Thrust
Kräftige Bewegung nach Abschluss eines Triangles, in Richtung des vorherigen Trends. Siehe Triangle.
Trend
Vorherrschende Kursrichtung. Impulse verlaufen in Trendrichtung, Korrekturen dagegen; das Erkennen des übergeordneten Trends ist Ausgangspunkt jeder Zählung. Siehe Impulswellen.
Trendlinie
Gerade entlang aufeinanderfolgender Hoch- oder Tiefpunkte; Grundlage der Kanaltechnik und ein häufiger Konfluenzpunkt. Siehe Leitlinien.
Triangle
Fünfteilige Seitwärtskonsolidierung (A-B-C-D-E, Struktur 3-3-3-3-3) vor der letzten Welle eines Musters. Siehe Triangle.
Triple Three
Komplexe Korrektur aus drei einfachen Mustern mit zwei X-Verbindungen (W-X-Y-X-Z). Siehe Komplexe Korrekturen.

U

Überkauft / Überverkauft
Zustand, in dem ein Oszillator extreme Werte erreicht und eine Gegenbewegung wahrscheinlicher – aber nicht sicher – wird. Häufig nahe dem Ende von Welle 5 oder C.
Unterstützung
Support: Kursbereich, in dem Käufe einen Rückgang typischerweise bremsen; oft nahe früherer Tiefs oder Fibonacci-Niveaus. Siehe Fibonacci-Retracements.

V

Volatilität
Schwankungsbreite der Kurse. Sie steigt typischerweise in der dynamischen Welle 3 und in crashartigen C-Wellen. Siehe Impulswellen.
Volumen
Gehandelte Stückzahl je Zeitabschnitt. Laut Leitlinie bestätigt hohes Volumen oft Welle 3 und ebbt in Korrekturen ab. Siehe Leitlinien.

W

Welle
Grundbaustein der Theorie: eine gerichtete Kursbewegung, die Teil eines übergeordneten Musters ist und selbst aus Subwellen besteht. Siehe Grundlagen.
Wellengrad
Größenordnung einer Welle (z. B. Grand Supercycle, Primary, Minor, Subminuette). Grade nicht vermischen! Siehe Fraktale Struktur.
Widerstand
Resistance: Kursbereich, in dem Verkäufe einen Anstieg typischerweise bremsen; Gegenstück zur Unterstützung. Siehe Fibonacci-Retracements.

X

X-Welle
Verbindungswelle zwischen den Teilen einer komplexen Korrektur (z. B. zwischen W und Y). Siehe Komplexe Korrekturen.

Y

Y-Welle
Zweites Standardmuster (nach W und der verbindenden X-Welle) innerhalb einer komplexen Korrektur. Siehe Komplexe Korrekturen.

Z

Zickzack
Scharfe Korrektur mit der Struktur 5-3-5; Welle C läuft meist deutlich über das Ende von A hinaus. Siehe Zickzack.
Zyklus
Grundeinheit der Theorie aus acht Wellen: fünf Impuls- plus drei Korrekturwellen. Siehe Grundlagen.