Wenn die Grundregeln das Gesetz sind, sind die Leitlinien (Guidelines) die Erfahrung. Sie sind keine festen Regeln, sondern beobachtete Tendenzen, also Muster, die immer wieder auftreten, aber nicht müssen. Ihr Wert liegt darin, zwischen mehreren regelkonformen Zählungen die wahrscheinlichste auszuwählen.
Wichtige Leitlinien im Überblick
- Alternation (Wechsel): Ist Welle 2 scharf (Zickzack), ist Welle 4 eher flach (Flat) und umgekehrt. Der Markt wiederholt sich ungern unmittelbar.
- Gleichheit: Ist eine Antriebswelle verlängert, sind die beiden anderen oft annähernd gleich lang oder zeitgleich.
- Welle-4-Bereich: Korrekturen enden häufig im Preisbereich der vorausgegangenen vierten Unterwelle eines Grades tiefer. Dieser Bereich ist eine der zuverlässigsten Ziellandezonen für Welle 4.
- Kanaltechnik: Impulse lassen sich häufig in einem Trendkanal fassen; Welle 5 erreicht oft die obere Kanallinie.
- Fibonacci-Verhältnisse: Wellenlängen stehen oft in Fibonacci-Relationen zueinander.
- Status
- flexibel
- Zweck
- Wahrscheinlichkeit
- Kernidee
- Alternation
- Werkzeug
- Kanal & Ratios
Zusammenfassung
Leitlinien sind das Erfahrungswissen der Wellentheorie. Sie ersetzen die Regeln nicht, sondern ergänzen sie um Wahrscheinlichkeiten, am stärksten dort, wo mehrere Hinweise zusammenfallen. Wer sie mit den Regeln verwechselt, macht den häufigsten Anfängerfehler.
Quellen
- A. J. Frost & Robert R. Prechter: Elliott Wave Principle: Key to Market Behavior, maßgebliche Darstellung der Regeln und Leitlinien.
- Ralph Nelson Elliott: The Wave Principle (1938), ursprüngliche Formulierung der Grundregeln.
