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Grundlagen

Marktpsychologie & Zyklen

Warum Massenpsychologie wiederkehrende Muster bildet.

Stell dir vor, ein Markt steigt seit Wochen. Anfangs trauen nur wenige der Bewegung, dann springen immer mehr auf, die Schlagzeilen werden euphorisch, und kurz bevor „alle" überzeugt sind, dreht der Kurs. Dieses Auf und Ab der Stimmung ist kein Zufall, sondern der eigentliche Motor der Wellen. Sie entstehen nicht durch ein Naturgesetz, sondern durch das kollektive Verhalten der Marktteilnehmer: Optimismus und Pessimismus wechseln sich in erkennbaren Mustern ab, und genau diese Stimmungsschwankungen zeichnen die Wellen in den Kurs.

Die Psychologie der einzelnen Wellen

Den fünf Impulswellen lässt sich jeweils eine typische Stimmungslage zuordnen:

  • Welle 1: Eine erste Erholung, von wenigen getragen. Die Mehrheit bleibt skeptisch und hält den alten Abwärtstrend für intakt.
  • Welle 2: Ein Rückschlag, bei dem viele die alte Richtung weiter für gültig halten. Sie läuft oft tief, ohne das Tief von Welle 1 zu unterschreiten.
  • Welle 3: Der Trend wird breit erkannt, Nachrichtenlage und Kurs ziehen an. Meist die längste und dynamischste Welle, getragen von wachsender Überzeugung und der breitesten Marktbeteiligung des gesamten Zyklus.
  • Welle 4: Gewinnmitnahmen und Konsolidierung. Oft seitwärts, zäh und frustrierend für alle, die auf eine rasche Fortsetzung setzen.
  • Welle 5: Ein letzter Schub, häufig von Euphorie getragen, aber mit nachlassender Marktbreite. Dass immer weniger Werte den Anstieg mittragen (eine sogenannte Divergenz), ist ein typisches Warnsignal dieser Schlussphase.

Stimmung als Zyklus

Märkte durchlaufen wiederkehrende Stimmungszyklen, von Vorsicht über Zuversicht bis zu Euphorie und zurück zu Angst und Resignation. Das Tückische daran: Die Stimmung ist meist dann am besten, wenn das Aufwärtspotenzial schon weitgehend ausgereizt ist, und am schlechtesten nahe am Wendepunkt nach oben. Die Wellentheorie macht diese Zyklen sichtbar und ordnet sie ein.

Zusammenfassung

Wellen sind geronnene Massenpsychologie. Wer die typische Gefühlslage hinter jeder Teilwelle kennt, liest einen Chart nicht mehr nur als Linie, sondern als Stimmungsverlauf. Wie sich daraus konkrete, zählbare Muster ergeben, zeigen die Wellenmuster.

Quellen

  • A. J. Frost & Robert R. Prechter: Elliott Wave Principle: Key to Market Behavior, Kapitel zur psychologischen Charakteristik der einzelnen Wellen.
  • Robert R. Prechter: Werke zur Sozionomie, soziale Stimmung als Ursache von Kurs- und Gesellschaftsbewegungen (Elliott Wave International).
  • Ralph Nelson Elliott: The Wave Principle (1938), Grundlegung der Wellen als Ausdruck menschlichen Verhaltens.